Erfahrungen eines erfolgreichen Bloggers

Peer Wandiger betreibt seit vielen Jahren sehr erfolgreich und nachhalting seinen Blog Selbstständig im Netz und verdient damit Geld, Aufmerksamkeit und Anerkennung Peer Wandiger hat es geschafft. Heute erreicht er mit seinem Blog viele tausend Menschen und kann sich mit einem interessanten Thema seinen Lebensunterhalt sichern. (Bild: Unsplash/Pixabay)

Peer Wandiger gehört zu den ganz großen deutschen Bloggern. Auf seiner wichtigsten Seite Selbständig Im Netz erreicht er aktuell etwa 300.000 Besuche und 450.000 Seitenaufrufe pro Monat. Er hat es geschafft und kann heute von seinem Blog leben.

 

Wer sich für Unternehmensgründung in Zusammenhang mit dem Internet begeistert, der ist bestimmt schon einmal über Selbstständig im Netz gestolpert. Peer beschäftigt sich auf seinem Blog, wie sollte es anders sein, über die Selbstständigkeit im Internet und ist damit richtig groß rausgekommen. Doch das war ein langer Weg.

Weil wir diesen Weg sehr spannend finden und schon lange treue Leser seiner Artikel sind, wollten wir ihn zu einem kleinen Interview einladen. Die Antworten wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

 

Zur Einleitung: Wer bist du und was machst du?

Hallo. Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin Blogger, Website-Betreiber und Affiliate.

 

Du verdienst mit deinen Blogs Geld, richtig? Wie machst du das?

Ich verdiene unter anderem mit meinen Blogs Geld und kann davon mittlerweile seit einigen Jahren sehr gut leben. Dabei kommen verschiedene Einnahmequellen zum Einsatz, wie das Affiliate Marketing, Werbung, Google AdSense und ein eigenes eBook, welches ich verkaufe.

 

Erzähl mal von deiner Tagesroutine. Wie läuft das so ab?

Nachdem ich mich morgens aus dem Bett gequält und mich mal wieder geärgert habe, dass ich abends zuvor nicht eher ins Bett gegangen bin, geht es nach den üblichen Dinge und dem Transport einer meiner Töchter in die Schule ins Büro.
Dort kümmere ich mich in der Regel erstmal um aktuelle Mails und ein paar anderen Dingen. So beantworte ich z.B. auch Facebook-Nachrichten.
Anschließend mache ich mich an die Tagesaufgaben, die oft aus dem Schreiben von neuen Artikeln bestehen. Aber nicht nur. Es gibt für mich als Blog- und Website-Betreiber noch weiteraus mehr zu tun. Technische Dinge, Verwaltungsaufgabe, Kommunikation mit Firmen und einiges mehr.

 

Arbeitest du von zuhause?

Ich habe viele Jahre von zu Hause aus gearbeitet, aber mittlerweile bin ich seit ein paar Jahren mit meiner Frau in ein eigenes Bürohaus umgezogen. Sie ist auch selbstständig und so haben wir beide ideale Büroräume und zahlen keine Miete, sondern zahlen unsere eigene Immobilie ab.
Der Umzug war für mich sehr wichtig, da ich zwar gern zu Hause gearbeitet habe, aber ich im Büro deutlich besser zwischen Arbeit und Privatleben trennen kann.

 

Liebst du deine Arbeit?

Ich liebe es Artikel zu schreiben und Websites und Blogs aufzubauen. Das war vor mehr als 10 Jahren so und ist auch heute noch der Fall.
Es gibt aber natürlich auch manche Aufgaben und Aspekte, die mir nicht so viel Spaß machen. Die Buchhaltung gehört z.B. dazu.

 

Was ist das Beste und was ist das Schlimmste daran ein so erfolgreicher Blogger zu sein?

Das Beste daran ist sicher, dass ich als Selbstständiger mittlerweile davon leben kann zu bloggen. Das hätte ich mir vor 11 Jahren, als ich mich als Webdesigner selbstständig gemacht habe, nicht mal erträumt.
Wirklich was Schlimmes gibt es eigentlich nicht. Ich bin halt jemand, der nicht einfach den Erfolg genießen und sich zurücklehnen kann. Ich muss immer neue Ideen umsetzen und Projekte starten. Das nervt mich manchmal selbst. 😉

 

Du bist vor 10 Jahren ziemlich steil gestartet. Denkst du heute ist es schwieriger im Netz aufzufallen?

Naja, was heißt steil. In den ersten Monaten habe ich fast nur für mich allein gebloggt. Der Traffic stieg auch damals erst nach und nach an. Erst nach 4 oder 5 Jahren konnte ich davon leben. Es war auch damals nicht so, dass man über Nacht erfolgreich wurde. Ich hatte das Glück ein Thema zu wählen, welches damals noch nicht so oft behandelt wurde und was großes Interesse hervorgerufen hat.
Allein wegen der größeren Zahl an Blogs und Websites ist es heute sicher etwas schwieriger. Aber wenn man sich ein Thema sucht, welches im Kommen ist, aber noch nicht von so vielen behandelt wird, kann man auch heute noch erfolgreich werden.

 

Wie kam es dazu, dass du dich selbstständig gemacht hast?

Die Idee, mich als Webdesigner selbstständig zu machen, ging mir damals 2005/2006 schon länger durch den Kopf. Allerdings hatte ich einen guten und sicheren Job, den man nicht so einfach aufgibt. Dann aber wurde die Firma aufgekauft und die meisten Mitarbeiter entlassen, unter anderem auch ich. Da stand ich dann vor der Wahl mich für einen anderen Job zu bewerben oder mich selbstständig zu machen. Zum Glück entschied ich mich für letzteres.

 

Wie denkst du rückblickend über diese Entscheidung?

Wie heißt es so schön, manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden. Im Nachhinein war das natürlich eine goldrichtige Entscheidung. Aber es war nicht abzusehen, dass sich alles so gut entwickelt. Aber selbst wenn es nicht geklappt hätte, wäre ich froh gewesen es probiert zu haben.

 

Was begeistert dich an der Selbstständigkeit im Internet?

Ich bin früher immer 2 Stunden am Tag unterwegs gewesen wegen meinem Job. Als Selbstständiger konnte ich nun zu Hause arbeiten. Das war toll. Zudem hat man selbst alle Freiheiten und kann genau das machen, was man möchte.
Und so hart die ersten Jahre auch waren, als erfolgreicher Selbstständiger hat man wiederum viel mehr Potential was das Einkommen angeht.
Es gibt sehr viele Vorteile bei der Selbstständigkeit, die mir gefallen. Ich kann mir nicht mehr vorstellen in einen Angestelltenjob zurückzukehren.

 

Aber klar ist auch, es gibt auch Nachteile. Die ersten Jahre habe ich sehr viel gearbeitet (und Spaß dabei gehabt), aber das führte fast zu einem Burnout. Außerdem muss man sich halt um alles selbst kümmern und auch das kann nerven. Zudem würde ich gern mal in einem Urlaub für 2 Wochen gar nicht an die Arbeit denken. Das geht aber nicht, da zumindest die Mails jeden Tag bearbeitet werden müssen.

 

Sind die Möglichkeiten im Internet grenzenlos oder doch eher Goldgräberstimmung?

Die Möglichkeiten sind groß, aber auch hier gelten die Gesetze der Marktwirtschaft. Erfolg im Internet zu haben erfordert Arbeit und Durchhaltevermögen. Zudem muss man bereit sein aus den eigenen Fehlern zu lernen.

Ein großer Vorteil ist es sicher, dass man mit wenig Geld viel erreichen kann. Aber das wissen andere natürlich auch, weshalb die Konkurrenz ebenfalls groß ist.

 

Du bist bekannt als der Autor von „Selbstständig im Netz“. Aber ist das immer noch deine Haupteinnahmequelle? Und wie viel Zeit fordert dein Blog prozentual?

Das ist immer noch mein Hauptblog und auch meine Haupteinnahmequelle. Insgesamt investiere ich vielleicht 60% meiner Arbeitszeit nur in diesen Blog.

 

Was hat es auf sich mit der Nischenseiten-Challenge?

Ich habe schon vor vielen Jahren immer wieder das Problem bei anderen gesehen, dass diese mit großen Ideen an Websites gegangen sind, diese dann aber nicht fertig umgesetzt haben. Zusammen mit Sebastian von bonek.de habe ich dann die Nischenseiten-Challenge ins Leben gerufen. Zum einen wollten wir zeigen, wie man online Geld verdienen kann in kurzer Zeit. Zum anderen wollten wir aber auch als praktisches Beispiel zeigen, wie man eine kleine Website von A bis Z umsetzt.

In diesem Jahr lief nun die 5. Challenge und auch diesmal gab es wieder viele interessante Einblicke und praktisches Know How für die Teilnehmer und die Leser.

Auf Basis meiner Erfahrungen mit Nischenwebsites ist mein eigenes eBook entstanden.

 

Was sind die Fehler, die man am Anfang so als Blogger machen kann?

Es gibt einige Fehler die man vermeiden sollte. So sollte man bei der Themenwahl für den eigenen Blog zum Beispiel nicht nur aufs Geld schauen. Das Thema sollte einen auch sehr interessieren, da man Jahre damit verbringen wird Artikel dazu zu schreiben. Aber auch umgekehrt sollte man nicht allein nach den eigenen Interesseren gehen, sondern auch schauen, ob dieses Thema genügend andere interessiert und wie es dafür mit dem Einnahmepotential aussieht. Zumindest, wenn man mit seinem Blog auch mal Geld verdienen will.

Falsche Erwartungen brechen ebenfalls vielen Bloggern das Genick. Wer glaubt, dass er nach 3 Monaten von seinem Blog leben kann, wird sich wundern. Das dauert deutlich länger.

 

Bist du selbst einmal auf die Schnauze gefallen?

Na klar. Ärgerliche Dinge wie Abmahnungen oder gescheiterte Blogs kenne ich auch. Das gehört dazu, denn jeder macht Fehler. Wichtig ist, sich davon nicht unterkriegen zu lassen, sondern wieder aufzustehen, aus den Fehlern zu lernen und weiter Gas zu geben.

 

Seit 2007 schaffst du es an fast jedem Wochentag einen Artikel zu veröffentlichen. Wie machst du das? Wie motivierst du dich immer wieder, jeden Tag aufs Neue?

Ich liebe es zu schreiben, weshalb ein Blog die optimale Wahl für mich war. Das sollte jeder bedenken, der einen Blog starten will. Deshalb muss ich mich nur selten extra motivieren etwas zu schreiben.

Mittlerweile schreibe ich allerdings vor. Das heißt, dass ich an manchen Tagen 3 oder 4 Artikel schreibe, die dann nach und nach veröffentlicht werden. So habe ich dann an anderen Tagen Zeit mit z.B. um die schon angesprochenen technische Dinge zu kümmern oder z.B. an meinen Nischenwebsites zu arbeiten.

 

Was ist für die nächsten 10 Jahre geplant?

Soweit plane ich nicht voraus. Mir ist wichtig, dass ich weiterhin Spaß an der Arbeit habe und neue Dinge ausprobiere. Was sich dann im Detail ergibt, wird man sehen.

 

Eine Frage, die du schon immer mal gefragt werden wolltest?

Ist es nicht langweilig schon 10 Jahre über die Selbstständigkeit im Netz zu bloggen?

 

Deine Antwort darauf?

Nein. 🙂

 

Was empfiehlst du jungen Leuten, die Spaß an Digitalisierung haben?

Sucht euch das Medium, das euch interessiert und ein Thema, für das ihr brennt. Es gibt nicht nur Blogs, sondern auch Videos, Podcasts, Social Media Plattformen, Nischenwebsites, Online-Services und vieles mehr. Macht das, was euch am meisten interessiert und versucht etwas Besonderes zu machen, was den Nerv vieler Menschen trifft. Dann sind die Chancen sehr gut, dass ihr Erfolg haben werdet.

 

Tschau,
Peer

 

Wir bedanken uns für das Interview.

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