Otto macht endlich einen auf Amazon

Otto als Online Versandhändler bietet Kunden jetzt auch an auf ihrer Plattform Waren und Produkte von anderen Unternehmen zu kaufen Auch die Otto Group geht einen Schritt weiter. (Bild:fancycrave1/Pixabay)

Die Otto-Gruppe will vom Handelskonzern zur Plattform werden. Auch das deutsche Unternehmen fährt jetzt endlich eine radikale Strategie. Sie ist zukunftsorientiert, hinreißend und erfolgsversprechend.

 

Amazon hat es vorgemacht. Jetzt ist es amtlich: Auch der Versandhändler Otto fährt ab sofort eine Plattform-Strategie. Stetiger Umsatzwachstum durch klassischen Verkauf ist nicht genug, Amazon darf man das Feld nicht kampflos überlassen. Und das ist gut so. Endlich einer, der es mit dem Monster Amazon aufnimmt.

Bereits seit einiger Zeit saniert Otto-Chef Alexander Birken den Konzern und jetzt will man auch bei ihnen vom klassischen Handelskonzern zu einem IT-Handels-Ökosystem. Otto.de wird sich radikal öffnen, für Händler neue Möglichkeiten bieten und zum Marktplatz werden.

 

„Die Otto Group muss sich neu erfinden“

 

Das waren die Wort von Birken während der Pressekonferenz.

Schwierig wird das auf alle Fälle und es gibt Skeptiker. So sagt Branchenanalyst Jochen Krisch noch im Februar, dass die Otto-Gruppe zum fünften Mal in Folge das 2012 selbstgesteckte Ziel von acht Milliarden Euro Umsatz im E-Commerce-Segment nicht im Ansatz erreicht hat. Die Frage, die er stellt ist, woher das Wachstum kommen soll?

Ist man optimistisch, kann man sagen, dass das ausbleibende Wachstum mit dem damaligen Entwicklungsstand der Gruppe im Zusammenhang steht. Reformiert man die Ausrichtung und die Zielsetzung des Unternehmens kann das große Potentiale freisetzen. Klar ist, dass unterschiedliche „Evolutionsstufen“ der digitalen Kultur im Unternehmen bereinigt werden müssen.

 

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Die 3 Säulen der neuen Strategie

 

Die neue Strategie von Otto ist in 3 Unterbereiche gegliedert: Multichannel-Handel, Finanzdienstleistungen und Services.

Schlau, angesichts dessen, was man bei Amazon gesehen hat. Hier sind der große Wachstumstreiber Gebühren, die aus Dienstleistungen an Händler und Marken generiert werden. Konkurrenten müssen hier dringend aufholen.

 

Bei Otto geht das allerdings alles etwas braver, ein bisschen deutscher, abgestuft, immer noch ein wenig auf die Sicherheit schielend. Im Konkreten, wenn man genauer hinschaut bedeutet das folgende erreichte und zukünftige Schritte:

  • Die Infrastruktur musste technisch so aufgerüstet werden, so dass Otto.de und Aboutyou ab sofort als Plattform funktionieren können
  • Onboarding der ersten 100 neuen Händler (220 externe Partner hat Otto Stand heute)
  • Bon Prix und die Witt-Gruppe sollen Wachstumstreiber werden
  • Corporate Ventures: weltweite Neugründungen für mehr Innovation und neue Technologien
  • Otto will qualitativ selektieren und Marken und Händler nur dann aufnehmen, wenn sie zu den eigenen Standards passen (problematische Einstellung meiner Ansicht nach, aber muss diskutiert werden)

 

Wie erfolgreich die neue Ausrichtung in Zukunft fährt wird sich zeigen. Eine gute Entscheidung und ein Schritt nach vorne waren es in jedem Fall. Wir finden es toll was Otto.de da wagt. Das neue Amazon werden sie wohl trotzdem vermutlich eher nicht.

 


 

Es bedankt sich bei allen aufmerksamen Lesern,

Luis Rieke

 

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