Prokrastination, warum das der erste Artikel wird und warum es wichtig ist anzufangen

Mann beginnt zu planen und zu machen, statt der Prokrastination zu verfallen. (Bild: Shutterstock.com / Rawpixel.com) Prokrastination befällt uns alle. Doch es gibt Strategien, die dagegen wirken.
Mann beginnt zu planen und zu machen, statt der Prokrastination zu verfallen.

(Bild: Shutterstock.com / Rawpixel.com) Prokrastination befällt uns alle. Doch es gibt Strategien, die dagegen wirken.

 

So, dann wärs mal endlich so weit. Der erste Artikel von Digitalconomics geht online! Großer Moment für mich. Und wenn ich ehrlich bin, hab ich mich jetzt doch länger davor gedrückt, als das vermutlich notwendig gewesen wäre.

Und ich denke, so geht es vielen da draußen.

 

Den Arsch hochkriegen?

 

Ich wage zu behaupten, nie war es so einfach ein Unternehmen zu gründen oder als Selbstständiger zu starten wie heute. Jedem stehen die notwendigen Informationen zur Verfügung, es gibt Unterstützung, für ein Taschengeld kann man sich bereits eine eigene Marke branden lassen – und einen ganzen Laden anmieten, für viele hundert Euro im Monat, muss man durch das Internet schon lange nicht mehr.

Warum zadern also so viele, und nur die wenigsten fangen an, ziehen ihr Ding durch und starten ihren ganz persönlichen Traum?

Ich denke die Antwort ist ganz einfach.

 

Es ist verdammt schwierig anzufangen

 

Ich sehe das an mir selbst. Ich meine dieses Magazin hier war ein Projekt, dass ich mir so oder so ähnlich schon seit Jahren erträume. Aber irgendwie hat es mir an Mut gefehlt. Ich glaube, aus Angst davor zu scheitern und noch bevor es richtig los geht wieder aufzuhören.

 

Es wäre eine faule Ausrede zu sagen, mir hätte zu einem früheren Zeitpunkt einfach das Knowhow gefehlt. Das hat es nämlich nicht. Ein eigenes Blog zu hosten hätte ich auch schon vor einigen Jahren hingekriegt. Notfalls hätte ich mir eben Hilfe geholt. Es gibt immer einen Weg und wenn man etwas wirklich will, dann findet man eine Möglichkeit, das ist meine feste Überzeugung.

 

Ich habe einen Fehler

 

Aber ich verzettel mich einfach so gerne und habe mich immer wieder vom Wesentlichen ablenken lassen. Denn ich bin begeisterungsfähig. Krass begeisterungsfähig! Und das ist wohl meine größte Stärke, aber eben auch meine größte Schwäche.

 

Ich gehe gerne einem Gedanken nach, gehe ihm auf den Grund. Wenn mich etwas packt, dann informiere ich mich über jedes kleine Detail, schaue mir in einem suchtartigen Zustand Dokumentationen auf YouTube an und vergesse die Zeit. Würde ich ein Buch schreiben, würde ich wohl ständig abdriften und in Deutsch hatte ich bei genau 3 Lehrern die 15, bei genau 3 anderen gar nicht so gut. Im Abitur hatte ich sogar die 04. Man muss meinen Schreibstil eben mögen. Man muss das Chaos lieben und sich trauen darin unterzugehen wenn man meine Gedanken verstehen will. Mein Konzept ist dreidimensional, nicht linear. Stell dich einfach mal darauf ein.

 

Prokrastionation lenkt vom Wesentlichen ab

 

Um zurück auf das Kernthema zu kommen, warum drifte ich ab? Weil ich die Angst ziemlich gut verdrängen kann. Wenn ich schlussendlich auf YouTube gelandet bin, mir bei Amazon Prime Prison Break gebe oder mich bei Netflix in Mr. Robot verliere, dann geht es mir gut. Aber das ist klassische Prokrastination.

Die moderne Prokrastination hingegen ist viel trickreicher, gefährlicher und komplizierter zu begreifen. Sie befällt jeden. Vor allem aber auch diejenigen, die sich wünschen eines Tages ihre Selbstständigkeit im digitalen Raum auszuleben. Denn sie versteckt sich hinter guten Absichten und die Möglichkeiten der Ablenkung sind unerschöpflich.

 

Warum ist das so? Ein paar Beispiele zur Erläuterung

 

Informationsprodukte sind der Renner schlechthin. Ich feier diese geballten Informationen, die ich aufnehme und in mich einsauge wie ein Staubsauger. Ein sexy Staubsauger natürlich. Der dynamisch und leistungsfähig ist. Ok, lassen wir das mit dem Staubsauger.

Wenn du dich mit Amazon FBA auseinandersetzt findest du schnell Private Label Journey oder den Unternehmerkanal oder Ähnliche. Und was die machen ist toll! Ganz ehrlich, ich find die Jungs sau cool und würd sie mal gerne persönlich treffen! Genau das gleiche mit Nischenseiten, auch eines der Trend Themen, das sich aus gutem Grund hartnäckig hält. Da gibt es zum Beispiel den rennomierten Peer Wandiger, ein Pionier schlechthin der Selbstsändigkeit im Internet lebt, ich liebe seine Artikel.

Aber wo ist der Haken?

 

Willst du immer nur Konsument sein?

 

Weißt du was der Unterschied zwischen Gil und Trutz von „Private Label Journey“, Rob und Dave von „5 Ideen“, Kolja Barghoorn von „Aktien mit Kopf“, Hendrik vom „Unternehmerkanal“, Fritz Recknagel, Peer Wandiger und dem deutschen Durchschnittsbürger ist?

Sie haben groß geträumt, wie vermutlich alle einmal. Sie haben Informationen gesammelt, geplant, erdacht, fantasiert, spekuliert, begeistert und sich in eine Idee verliebt, wie es vielen passiert. Doch dann der ausschlaggebende Wendepunkt. Sie haben ihre Ideen konkret werden lassen und durchgesetzt.

 

Ich verstehe die ganzen Planer da draußen, ich bin selber einer

 

Wenn man sich mit digitaler Wirtschaft beschäftigit und sich in das Thema verliebt, fällt es nicht schwer den Wunsch wachsen zu lassen, Teil davon zu werden und sein eigenes Business aufzuziehen.

Man informiert sich natürlich ausführlich, ließt hoffentlich viele Bücher weil sie einfach eine Bereicherung und Vorraussetzung für wirtschaftliches Verständnis darstellen und wenn man es gerne entspannt hat wie ich, hört man Hörbücher wenn man eben sowieso unterwegs ist. Außerdem gibt es natürlich eine Fülle genauso guter Informationen auf Blogs, in YouTube Videos und so weiter.

Die Frage stellt sich mir nur, wann ist es genug?

 

Wie wäre es mit jetzt?

 

Ich vermute die meisten die diesen Artikel lesen, sind so weit.

Es besteht ein grundlegendes Verständnis für das Thema oder Problem das mit der eigenen Idee gelöst werden soll. Man weiß, wo man ein Gewerbe anmelden kann. Und bis auf weiteres hat man eine Vorstellung davon, wo man zunächst hin will und welche Schritte dies am Anfang erfordert. Ist dem so?

Dann kommen wir jetzt zu meiner ultimativen Argumentation, warum du schon jetzt starten solltest, auch wenn noch nicht alles perfekt ist.

 

Die Auto Theorie

 

Sie ist so einfach, dass es schon wieder plump erscheint. Aber denk mal daran, wie es war als du gelernt hast Auto zu fahren.

Da hast du auch nicht erst einmal Maschinenbau studiert oder eine Ausbildung zum KFZ Mechatroniker abgeschlossen. Alles was du über dieses Auto am Anfang wusstest war: links ist die Kupplung, in der Mitte die Bremse und rechts kannst du Gas geben. Am Anfang war das betätigen dieser Hebel vermutlich nicht einfach. Aber dein Auto ist gefahren. Vielleicht gibt es hin und wieder einen Aussetzer, aber solange man dazu in der Lage ist, den Motor wieder erneut zu starten, geht es voran. Ziemlich schnell lernt man die Tools der Schaltung kennen und auch die Regeln im Straßenverkehr kommen einem heute so selbstverständlich vor, was auch nicht immer so war.

Übertrag das alles mal auf ein Unternehmen. Ich denke, den meisten ging es am Anfang genau so. Aber sie haben die Entscheidung getroffen, ich will eines Tages Auto fahren können. Oder, ich will ein Unternehmen führen. Und so sind sie dann auch zum Ziel gekommen.

Das erste eigene Auto war vielleicht nicht das schönste. Aber auch dein Unternehmen muss am Anfang doch nicht auf Hochglanz rennen wie die ganz großen. Damit verrennen sich sowieso die meisten. Und das ist eine gute Nachricht! Wieso? Weil es die Aussage trifft, dass du auch anfangen solltest, wenn du keinen großen Kapitalstamm im Rücken hast. Mit alten, rostigen Autos lernt man genauso gut Auto fahren. Mit einem 30 Jahre alten Fiat Panda ohne Einparkhilfe, Warnsystem und wo man den Motor und seine Belange direkt hört, meiner Meinung nach sogar am Besten. So war das bei mir damals. Es ging eben nicht anders. Aber hin oder her, der Panda hat seinen Zweck erfüllt und ich habe das Fahren gelernt.

 

Was das für dich bedeutet

 

Stell es dir genau so für dein eigenes Projekt, deinen Traum vor. Wenn du klein startest, lernst du genauso viel. Und wenn du den neuen Porsche gegen den Baum fährst ist das ein finanzieller Totalschaden. Nicht, dass es bei einem kleinen lustigen Rasenmäher mit Straßenzulassung nicht auch ärgerlich wäre. Aber da verkraftest du das. Also doch lieber mal klein starten.

Und am Wichtigsten ist es, überhaupt zu starten. Um eigene Erfahrungen zu machen. Um „Fahren zu lernen“.

Nicht ganz ohne Vorbildung. Aber es zu übertreiben ist auch nicht sinnvoll. Fahren lernt man beim Fahren und nicht wenn man Anleitungen über das Auto durchließt. Verschwende deine Zeit nicht mit dem Herumprokrastinieren. Es ist eine gute Idee jeden Tag etwas neues zu lesen und zu lernen. Aber genau so wichtig ist es für dich anzufangen. Sonst wird deine ständige Suche nach neuem Wissen irgendwann zur Ablenkung vom Wesentlichen.

 

Was ein Schauspieler dazu sagt

 

Im Großen wie im Kleinen ist Prokrastination ein Hindernis.

Der Schauspieler Christopher Parker sagte einmal: „Prokrastination ist wie eine Kreditkarte. Sie macht richtig Spaß, bis die Rechnung kommt“. Viel mehr musst du eigentlich über das extreme Aufschieben von Aufgaben gar nicht wissen. Prokrastination ist Zeitverschwendung vom Feinsten, die sich ihre Begründung oft in komplexen nachvollziehbaren Ausreden sucht. Aber innerlich weißt du es ja. Das war wieder eine Ausrede. Also ich fühl das. Am besten macht man sich davon frei und startet einfach.

 

Was der Psychologie-Professor Tim Pychyl dazu sagt

 

Der hat nämlich das Thema in seinem Buch „Solving the Procrastination Puzzle“ wissenschaftlich untersucht. Eine für mich beruhigende Erkenntniss ist folgende: Die Annahme, Prokrastinierer haben einen schwachen Willen und ihnen fehlt die Fähigkeit „Zeitmanagement“, ist ein bösartiges, hartnäckiges aber vor allen Dingen falsches Vorurteil. Es sei vielmehr die Flucht vor einem unangenehmen Gefühl. Daraus lässt sich weiterhin erschließen, warum meist emotionalere Menschen von dem Problem behaftet sind. Entkommen können diese dem Dillemma nur mit einer klaren, strikten Herangehensweise mit Konzept.

Prokrastination bewirkt nur kurzfristiges ein gutes Gefühl. Wie eben eine Droge. Langfristig sollte man davon loskommen. Tim Pychyl rät – Achtung, Psylogengeplänkel – sich zuerst dem eigentlichen Problem zu stellen. Du solltest dich also fragen, warum du einer Aufgabe im Kleinen oder einer Idee im Großen bewusst oder unbewusst aus dem Weg gehst. Da muss dann wohl jeder seine eigene Antwort finden.

Häufig liege es jedoch, laut Pychyl, an Versagensängsten. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Sobald man sich mit dem Problem hinter dem Problem beschäftigt, startet ein wichtiger Prozess der uns neu aufstellt. Verstehst du das abstrakte Gefühl und dass es nicht mehr ist als das, weißt du was dich blockiert und wie du damit umgehen musst.

 

Was mein Vater wohl dazu sagt

 

In vielen kleinen Schritten kommst du deinem Ziel näher. Vor allem aber musst du anfangen. Wenn ich meinen Vater fragen würde, würde er mich fragen: „Was ist das Schlimmste, was passieren kann?“

Ok, also auf das Unternehmen gründen bezogen vielleicht, dass es nicht so läuft wie ich es mir vorgestellt habe und ich irgendwann einen Schlussstrich unter das Ganze ziehen muss. Vermutlich aber würde ich aus Fehlschlägen zunächst lernen und mich weiterentwickeln wenn nicht alles gut läuft.

Und auf dieses Blog bezogen? Naja, notfalls ließt es eben keiner. Aber dann stelle ich mir wenigstens diese scheiß Frage: „Was wäre gewesen, wenn?“ nicht mehr. Dann weiß ich, war ein cooles Projekt das mir Spaß gemacht hat, aber eben auch nicht mehr und nicht weniger. Ich mache das hier aus freien Stücken, schreibe worüber ich eben schreiben will, wann ich halt Lust dazu habe und vermutlich werden die meisten Artikel nicht ganz so lange wie dieser hier. Aber eigentlich gibt es nicht wirklich irgendetwas Bedrohliches, wovor ich Angst haben sollte.

 

Es liegt an dir

 

Du kannst diesen Artikel lesen wie jeden anderen, dir denken „Ja Mann, eigentlich hat er Recht“ und dann dein Leben weiter leben wie bisher. Oder du siehst es als Geschenk und machst was draus. Ich weiß nicht, ob deine Idee gut ist. Aber vermutlich ist sie es doch wert, ausprobiert zu werden.

Hast du allerdings noch gar keine Ideen und Vorstellungen, dann bist du hier ebenfalls bestens aufgehoben. Es werden sicher viele Inspirationen und Themen über digitales Wirtschaften folgen.

 

Das Magazin zum Mitmachen

 

Du bist natürlich herzlich dazu eingeladen, die Artikel von Digitalconomics einfach zu lesen rein aus Interesse und Lust an der Freude.

So richtig Spaß würde es mir allerdings machen, wenn du mitmachst, ausprobierst und umsetzt.

 

 

Ich hoffe, ich sehe dich hier ein nächstes Mal,

 

Dein Luis

 

 

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